Über die am 18.07.2011 in den IBM Passport Advantage Vertrag eingeführte "All-or-Nothing-Regel" haben wir bis jetzt nur auf unserer Homepage informiert. Zusammengefasst handelt es sich hierbei um die Verpflichtung des IBM-Kundens, bei der Verlängerung seiner Lizenzen entweder alle Instanzen eines Produktes, die im Unternehmen aktiv genutzt werden, zu verlängern oder gar keine. Wenn der Kunde also 500 aktive Notes Clients im Unternehmen einsetzt, muss er entweder alle 500 Lizenzen verlängern oder gar keine.

Früher war es in vielen Unternehmen üblich und lizenztechnisch auch durchaus legal, nur eine geringe Zahl der aktiven Lizenzen eines Produktes zu verlängern, um dadurch für alle Instanzen Support zu erhalten. Mit der Einführung der "All-or-Nothing-Regel" wollte IBM dieser Vorgehensweise entgegenwirken. Demnach ist seit 2011 eine teilweise Verlängerung der Lizenzen eines Produktes nicht mehr rechtens, was von Seiten der IBM und den Distributoren auch sehr gut kommuniziert wird. 

Was offensichtlich aber nur wenige Leute wissen, ist, dass es zu dieser Regel natürlich auch eine Ausnahme gibt. Da wir im Rahmen eines aktuellen Kundenprojekts unterschiedliche Antworten auf die folgende Frage erhalten haben, haben wir lieber mal genauer nachgeforscht:

Zum beispielhaften Kundenszenario:

  • Der Kunde hat 2010 100 Lizenzen für IBM Notes und Domino erworben und diese nach einem Jahr aber nicht mehr verlängert.
  • In 2013 kommen nun weitere 50 Mitarbeiter in das Unternehmen, die selbstverständlich lizenzierte Notes Clients benötigen.

Nun zur eigentlichen Frage:

 
"Wenn die alten 100 Lizenzen des Kunden aus der Wartung gelaufen sind, er nun aber 50 neue Lizenzen für die dazukommenden Benutzer erwerben möchte, muss er dann wirklich die alten 100 Lizenzen reaktivieren, um die neuen 50 Lizenzen dazukaufen zu können? Schließlich müssen entweder alle oder gar keine Lizenzen eines Unternehmens unter Wartung stehen." 

Viele Antworten auf diese Frage gingen in die gleiche Richtung: Die "All-or-Nothing-Regel" besagt ganz klar, dass es innerhalb eines Unternehmens keine Vermischung von Produktinstanzen mit Wartung (in unserem Kundenszenario die 50 Neulizenzen) und Produktinstanzen ohne Wartung (in unserem Kundenszenario die 100 alten Lizenzen) geben kann, wenn all diese Produktinstanzen aktiv im Einsatz sind. Für unseren Kunden hätte das geheißen, dass er alle Lizenzen, die aus der Wartung gelaufen waren, aber dennoch weiterhin im Einsatz waren, hätte erneuern müssen (per Reinstatement), um überhaupt neue Lizenzen erwerben zu dürfen.

 

Zum Glück haben wir herausgefunden, dass IBM ausgerechnet für diesen Fall eine offizielle Ausnahme für die Regel eingeräumt hat:

In unserem beispielhaften Kundenszenario darf der Kunde die 50 Neulizenzen für seine neuen Mitarbeiter erwerben, ohne die 100 alten Lizenzen reaktivieren zu müssen, allerdings verschiebt sich die "All-or-Nothing-Regel" nur um ein Jahr nach hinten. In 2014 muss er zum Stichtag der Lizenzverlängerung entscheiden, ob er alle 150 Lizenzen wieder unter Wartung nimmt oder keine. In 2013 darf er die 50 Neulizenzen auch durchaus auf der aktuellen Version des Produktes laufen lassen und darf für diese 50 Lizenzen natürlich auch Support in Anspruch nehmen. Er muss nur sorgfältig darauf achten, dass die 100 alten Lizenzen auf ihren alten Versionen bleiben und nicht von dem Support der Neulizenzen profitieren.

 

Wenn ihr selbst in einer ähnlich verzwickten Lizenzsituation steckt oder Fragen zur "All-or-Nothing-Regel" habt, stehen wir euch gerne mit Rat und Tat zur Seite. Ruft uns an unter 05251 288160 oder schreibt uns einfach eine E-Mail an info@itwu.de.
Wir bringen Licht in euren Lizenzdschungel.

 

 

Vor kurzem erst ist mir wieder ein mittelständisches Unternehmen über den Weg gelaufen, dem ein anderer IBM Business Partner ein sogenanntes CEO Bundle für seine IBM Notes und Domino Lizenzierung angedreht hatte. Diese Vorgehensweise erinnert mich immer sehr an die "Knebel"-Enterprise-Agreements von Microsoft und macht mich ganz schön sauer!

Damit euch das nicht auch passiert und ihr immer die passende Lizenzierung für euer Unternehmen auswählen könnt, gebe ich euch im Folgenden eine detaillierte Übersicht über die drei unterschiedlichen Lizenzierungsformen für IBM Notes und Domino:

 

1. Client-Server-Lizenzierung:

Die universell einsetzbare Lizenzform für Notes und Domino bei der IBM ist die Client-Server-Lizenzierung. Hierbei werden Clients und Server getrennt von einander lizenziert. Ihr müsst also vor der Lizenzierung genau wissen, wie viele User die Software nutzen sollen und wie viele Server ihr aufsetzen möchtet (mehr zur Berechnung der Processor Value Units (PVUs) erfahrt ihr in Teil 2 des IBM Lizenzdschungels). Diese Lizenzierung unterliegt demnach auch den höchsten Schwankungen, denn, sobald ihr einen neuen Server aufsetzen wollt, müsst ihr neue Lizenzen kaufen.

Auch innerhalb der Client-Server-Lizenzierung gibt es unterschiedliche Lizenzen. Hier wird grundsätzlich zwischen der "Messaging"- und der "Enterprise"-Funktionalität unterschieden.

Auf der Client-Seite gibt es dementsprechend:

  • IBM Domino Messaging Client Access Licenses (CAL) (Listpreis 2013: 102,00 EUR)
  • IBM Domino Enterprise Client Access Licenses (CAL) (Listpreis 2013: 165,00 EUR)

Auf der Server-Seite gibt es: 

  • IBM Domino Messaging Server PVUs (Listpreis 2013: 18,47 EUR pro PVU, nicht pro Server!)
  • IBM Domino Enterprise Server PVUs (Listpreis 2013: 48,05 EUR pro PVU, nicht pro Server!)

Die "Messaging"-Lizenzen berechtigen zu folgenden Funktionen:

  • E-Mail
  • Kalender und Terminplanung
  • Kontakte
  • Notizen
  • Diskussionsdatenbanken
  • Dokumentenbibliotheken

Folgende Produkte sind Bestandteil einer IBM Domino Messaging CAL:

  • IBM Notes (Desktop Client)
  • IBM iNotes (Web Client)
  • IBM Notes Traveler (mobiler Client)
  • IBM Sametime Entry (Instant Messaging/Chat)
  • IBM Connections Files and Profiles
  • IBM Lotus Symphony (Open Source Officeanwendungen)

Die "Enterprise"-Lizenzen bereichern die "Messaging"-Funktionalitäten noch mit der Möglichkeit, auf Anwendungen (Client- oder Webanwendungen) zuzugreifen. Diese Anwendungen können entweder selbst entwickelt werden (mit Hilfe des IBM Domino Designer) oder von Drittanbietern erworben werden.

Folgende Produkte sind Bestandteil einer IBM Domino Enterprise CAL:

  • alle Produkte, die in der IBM Domino Messaging CAL enthalten sind
  • IBM Domino Designer
  • IBM Mobile Connect Client

Mit einem IBM Domino Enterprise Server kann man im Gegensatz zum Messaging Server zudem noch die Clustering-Funktion nutzen. Natürlich solltet ihr darauf achten, dass ihr die beiden unterschiedlichen Funktionen paarweise kauft, also immer die Messaging CAL zusammen mit dem Messaging Server, sowie die Enterprise CAL mit dem Enterprise Server. Eine Vermischung der Funktionen bringt rein gar nichts und ist nur teurer.

Nun genug von den Funktionen und zurück zur Lizenzform:

Wenn in eurem Unternehmen mehr als 1.000 Mitarbeiter arbeiten und das Verhältnis zwischen Usern und installierten Servern relativ hoch ist, ist diese Lizenzform genau das richtige. Wenn ihr z.B. 2.000 User und nur 4 Server lizenzieren müsst, lohnt sich nämlich ein CEO Bundle für euch noch nicht, es sei denn ihr wollt zukunftssicher agieren und geht davon aus, dass in Zukunft noch weitere Server hinzukommen. Wenn darüber hinaus auch noch viele User lediglich eine Messaging CAL und einen Messaging Server benötigen, ist die CEO Bundle Lizenzierung in den meisten Fällen ebenfalls viel zu überzogen.

Zudem ist auch nur mit dieser Lizenzierungsform die Kosteneinsparung durch die Sub-Capacity-Lizenzierung (siehe Teil 2 des IBM Lizenzdschungels) möglich. Da die drei unterschiedlichen Lizenzformen innerhalb einer Domino Domain nicht vermischt werden dürfen - d.h. ein User, der eine Client-Server-Lizenzierung hat darf z.B. nicht auf einen Express-Server zugreifen - ist die Client-Server-Lizenzierung auch geneignet für Unternehmen mit vielen Außenstellen oder Filialen, deren Mitarbeiter alle auf einen zentralen Server zugreifen sollen.

 

2. CEO Bundle:

Die bereits angesprochenen CEO Bundles sind auch laut IBM für große Unternehmen gedacht - kleine und mittelständische Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern sollten also möglichst die Finger davon lassen. Für große Unternehmen ist das CEO Communications Bundle (Listpreis 2013: 259,00 EUR) die Rund-um-sorglos Lizenzierungsvariante für IBM Notes und Domino, da in ihr die folgenden Lizenzen enthalten sind:

  • IBM Domino Messaging CAL
  • IBM Domino Messaging Server
  • IBM Domino Enterprise CAL
  • IBM Domino Enterprise Server

Die Anzahl der Lizenzen, die ihr in dieser Lizenzform erwerben müsst, hängt nicht von der Anzahl der User ab, die tatsächlich mit dem Produkt arbeiten wollen. Die Lizenzierung erfolgt für sämtliche Mitarbeiter eures Unternehmens, die mit einem Arbeitsplatzrechner ausgestattet sind, der die Anforderungen für die entsprechenden Softwareprodukte des CEO Bundles erfüllt. Selbst Mitarbeiter, die beispielsweise nur mit einer speziellen Fachsbereichssoftware arbeiten, dementsprechend einen geeigneten PC haben, Notes und Domino aber gar nicht bräuchten, müssen lizenziert werden. Im Gegenzug könnt ihr aber prinzipiell so viele Server installieren wie ihr wollt, da die Lizenzierung sich nur nach der Anzahl der Mitarbeiter richtet.

Wenn das Verhältnis zwischen der Mitarbeiterzahl und der Anzahl an installierten Servern also nicht so hoch ist (z.B. 2.000 Mitarbeiter und 100 Server), macht es Sinn sich über die CEO Bundle Lizenzierung Gedanken zu machen. Außerdem erspart ihr euch den lästigen Nachkauf von Lizenzen, jedes Mal wenn ihr einen neuen Server aufsetzt. Allerdings sind diese CEO Bundle Lizenzen entsprechend ihres Produktumfangs teurer als die anderen beiden Lizenzvarianten und haben eine Mindestabnahmezahl von 100 Lizenzen.

 

3. Express-Lizenzierung

Für kleine Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern ist daher die Express-Lizenzierung die geeignetste Variante. Hier gibt es ebenfalls die Unterscheidung der beiden Funktionalitäten, nur dass die "Enterprise"-Lizenz hier "Collaboration"-Lizenz heißt.

Die Lizenzform war früher mit sehr vielen Einschränkungen gegenüber der Client-Server-Lizenzierung versehen (Collaboration Express enthielt beispielsweise keine Cluster-Funktionalität und keinen Domino Designer), die aber im Laufe der Jahre alle nacheinander aufgehoben wurden. So ist die einzige Einschränkung der Express-Lizenzierung noch die, dass nur Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern diese Lizenzform nutzen dürfen.

Auch hier werden nicht beide Komponenten der Software (Client und Server) lizenziert, die Lizenzierung richtet sich stattdessen wieder nach der Anzahl der User. Im Gegensatz zur CEO Bundle Lizenzierung müssen hierbei aber nur die Mitarbeiter lizenziert werden, die auch wirklich die Software benutzen. Diese Anzahl der User hat aber nichts mit der Einschränkung auf 1.000 Mitarbeiter zu tun. Ihr dürft also nicht für euer Unternehmen 999 User mit Express Lizenzen ausstatten, wenn ihr eigentlich 2.000 Mitarbeiter habt. Wenn ihr aber von euren max. 1.000 Mitarbeitern 500 mit einer IBM Domino Messaging Express Lizenz (Listpreis 2013: 108,00 EUR) ausstattet, dürft ihr auch prinzipiell 500 IBM Domino Messaging Server aufsetzen. Das Gleiche gilt ebenfalls für die IBM Domino Collaboration Express Lizenz (Listpreis 2013: 161,00 EUR) nur dass es hier egal ist, ob ihr 500 Enterprise oder Messaging Server aufsetzt. Damit spart ihr euch gegenüber der Client-Server-Lizenzierung - bei einem vergleichbaren Preis für die Clients - die Kosten für eure gesamte Domino-Serverlandschaft.

Für kleine und mittelständische Unternehmen empfehlen wir daher immer zuerst die Express-Lizenzierung, denn selbst, wenn euer Unternehmen in ein paar Jahren über die 1.000-Mitarbeitergrenze kommen sollte, gibt es immer noch die sogenannten Trade-Up-Lizenzen, die es euch ermöglichen, mit geringeren Kosten von einer Lizenzform zur anderen zu wechseln. Das Thema behandeln wir aber im nächsten Abstecher in den IBM Lizenzdschungel.

Ich hoffe, dass ich euch mit dieser Übersicht wieder ein bisschen mehr Licht in den IBM Lizenzdschungel bringen konnte. Wenn ihr dennoch Lizenz-Szenarien habt, bei denen ihr euch nicht sicher seid, welche Form am besten geeignet ist, oder ihr einfach ein konkretes Angebot braucht, ruft uns bitte einfach an 05251 288160 oder schreibt uns eine Mail info@itwu.de.

 

Das Thema Konsumerisierung der IT lässt mir einfach eine keine Ruhe. Allgemein versteht man unter Konsumerisierung den Einfluss unserer Affinität und privaten Nutzung von Technologien und Geräten auf unsere Arbeitsweise. Wenn man erst einmal damit angefangen hat, darauf zu achten wie sehr die private Nutzung von Software unsere Arbeitsweise verändert, stößt man immer häufiger auf Anwender die Software benutzen, die auf einem normalen Unternehmens-PC nicht installiert ist.

Geht man davon aus, dass Endbenutzer in Unternehmen nicht mit privaten Geräten arbeiten, stellt sich automatisch die Frage: Wieso kann ein Anwender dann dennoch eine Wahl bei der benutzten Software treffen? Gibt es normalerweise nicht eine Standardvorgehensweise in Firmen, die verhindert, dass man eigene Software auf Firmenrechnern installiert und die die Mitarbeiter somit an strikte Vorgaben bindet?

Schon lange gibt es sehr viele Software Programme, die man nicht mehr installieren muss und die mit eingeschränkten Rechten laufen. Dabei spricht man von portabler Software. Derartige portable Anwendungen sind nahezu für jedes Software Produkt erhältlich. Dazu gehören beispielsweise Betriebssysteme, Web-Browser, Entwicklungsumgebungen, Office-, Bildbearbeitungs-. Videokonferenz-Systeme, u.v.m. Zusätzlich bieten Web-Browser inzwischen viele Möglichkeiten, um Anwendungen bzw. Erweiterungen oder Plugins ohne Installation zu nutzen.

Software die man nicht installieren muss, hatte oft den Nachteil, dass diese sich nicht aktualisierte und nach Gebrauch immer wieder in einen Ursprungszustand zurückgesetzt wurde. Mittlerweile arbeitet portable Software mit Cloud-Diensten. Dort werden Einstellungen und Dokumente gespeichert und Programm-Komponenten können dynamisch nachgeladen werden. Oft sorgt dieses Vorgehen sogar dafür, dass portable Software auf unterschiedlichen Geräten immer wieder gleich aussieht. Qualitativ gibt es somit nicht unbedingt Einschränkungen zwischen portabler und installierter Software.

Somit kann man sagen, dass es immer mehr gute portable Software gibt, die Endbenutzer in Unternehmen ohne direktes Wissen der IT-Abteilung nutzen könnten. Dieser Situation kann ein Unternehmen pro aktiv begegnen, anstatt ausnahmslos den Einsatz von portabler Software zu verbieten.

  • Grundsätzlich sollten den Endanwendern die Probleme der Nutzung von portabler Software näher gebracht werden. Dazu gehört unter anderem das Thema Lizensierung. Schließlich heißt portabel nicht automatisch kostenlos – auch wenn das auf den ersten Blick nicht immer klar ist.
  • Zusätzlich lohnt es sich auch in Zeiten von Prism, auf die Gefahren im Bereich Datenschutz beim Einsatz von portabler Software auf Unternehmensrechnern hinzuweisen.
  • Anderseits kann man ausgewählte portable Software auch direkt empfehlen. Schließlich sind sehr populäre Browser portable Software und - solange man nicht jede Erweiterung nutzt - auch problemlos einsetzbar.

Am Ende ist aber alles besser, als die Augen zu verschließen und einfach davon auszugehen, dass Endanwender keine portable Software auf Unternehmensrechnern nutzen.

 

Genau wie beim ersten Teil des IBM Lizenzdschungels bedarf es offensichtlich einer längeren Feiertagspause, damit meine Gedanken sich soweit geordnet haben, dass ich mich einem derart komplexen Thema widmen kann. Bevor wir uns aber in den Lizenzdschungel stürzen möchte ich euch allen einen verspäteten aber ganz herzlichen Ostergruß vom ganzen ITWU-Team ausrichten!

Im letzten Teil habe ich euch bereits versprochen, zu erzählen wie man bei einer Lizenzverlängerung am besten Lizenzkosten einsparen kann. Seit einiger Zeit ist dieses Unterfangen nicht mehr ganz so einfach, da IBM mit seiner letzten Aktualisierung der Lizenzverträge eine Klausel mit aufgenommen hat, die es verbietet, weniger Lizenzen zu verlängern als tatsächlich momentan in eurem Unternehmen im Einsatz sind. So müsst ihr euch nun bei Lizenzverlängerungen seit dem 18.7.2011 entscheiden ob ihr entweder alle genutzten Lizenzen eines Produktes (Lotus Domino Server, Lotus Domino Client, Lotus Domino Express, usw.) oder gar keine Lizenzen dieses Produktes verlängern wollt. Eine teilweise Verlängerung ist nicht mehr möglich.

Allerdings solltet ihr vor jeder Verlängerung überprüfen, ob wirklich noch alle Lizenzen benötigt werden. Habt ihr z.B. eure Domino Server konsolidiert und braucht nun nicht mehr so viele Processor Value Units (PVUs) wie noch vor einem Jahr? Natürlich müssen diese nicht mehr benötigten Lizenzen nicht verlängert werden!

Im Gegenzug dazu sollten vor allem Besitzer von PVU-basierten Domino Server Lizenzen wie

  • IBM LOTUS DOMINO ENTERPRISE SERVER PROCESSOR VALUE UNIT (PVU) LICENSE
  • IBM LOTUS DOMINO MESSAGING SERVER PROCESSOR VALUE UNIT (PVU) LICENSE
  • IBM LOTUS DOMINO UTILITY SERVER PROCESSOR VALUE UNIT (PVU) LICENSE

regelmäßig überprüfen, ob die benötigte Anzahl an PVUs noch aktuell ist. Sobald ihr eure Domino Server nämlich auf neue Hardware migriert, kann diese Anzahl ganz schnell in die Höhe steigen. Ob ihr momentan also tatsächlich noch ausreichend lizenziert seid, solltet ihr einmal anhand des PVU-Kalkulators überprüfen. Dafür benötigt ihr folgende Angaben zu eurer aktuellen Server-Hardware:

  • Prozessor (x86 / RISC / …)
  • Server Hersteller (IBM / Dell / HP / …)
  • Server System (System x / PowerEdge / Blade System / …)
  • Prozessor Hersteller (AMD / Intel)
  • Prozessor Art (Opteron / Xeon)
  • Prozessor Typ (Single-core / Multi-core)
  • Prozessor Modell Nummer
  • Anzahl der Prozessor Kerne

Die Notwendigkeit dazu besteht natürlich nur für Besitzer von PVU-basierten Domino Server Lizenzen. Lizenznehmer von IBM Domino Express Lizenzen können selbstverständlich so viele Domino Server auf beliebiger Hardware aufsetzen, wie Clients im Unternehmen im Einsatz sind. Den genauen Unterschied zwischen der PVU-basierten- und der Express-Lizenzierung erkläre ich euch im nächsten Teil des IBM Lizenzdschungels.

Jetzt aber erst einmal zum eigentlich Zweck dieses Posts: wenn ihr nämlich Lizenznehmer von PVU-basierten Domino Server Lizenzen seid und eure Domino Server virtualisiert habt, könnt ihr eine Menge Lizenzkosten mit der sogenannten Subcapacity-Lizenzierung einsparen:

Die Subcapacity-Lizenzierung ermöglicht es euch bei virtualisierten Servern nur die Prozessorkerne zu lizenzieren, die auch wirklich vom Domino Server genutzt werden und nicht sämtliche Prozessorkerne, die auf der Hardware zur Verfügung stehen. So müsstet ihr im oben abgebildeten Beispiel - bei der normalen Lizenzierung - sowohl für den Domino Server als auch für die DB2 8 Prozessorkerne lizenzieren. Bei der Subcapacity-Lizenzierung müsst ihr für beide Server nur jeweils 4 Kerne lizenzieren.

Zu beachten ist allerdings, dass IBM nur bestimmte Prozessor- und Virtualisierungstechnologien für diese besondere Lizenzierungsform unterstützt. Die entsprechenden Technologien findet ihr unter den folgenden Links aufgelistet:

Eligible Virtualization Technologies

Eligible Processor Technologies

Wenn eure Server-Infrastruktur diesen Richtlinien entspricht und ihr eure Lizenzierung auf Subcapacity umstellt, fordert IBM euch zudem auf, vierteljährlich Buch über die verwendeten PVUs der Virtualisierungsumgebung zu führen. Wenn euer Unternehmen weniger als 1.000 Mitarbeiter hat und wenn ihr weniger als 1.000 PVUs lizenzieren wollt, habt ihr Glück gehabt und braucht für diese Verwaltungsaufgabe nicht extra das IBM License Metric Tool zu installieren. Dieses ILMT ist zwar kostenlos, bringt aber trotzdem einiges an Installations- und Wartungsaufwand mit sich. Wenn ihr aber wie gesagt, die beiden oben aufgeführten Anforderungen zur manuellen Verwaltung der Subcapacity-Lizenzierung erfüllt, müsst ihr nur vierteljährlich ein vorgefertigtes Kalkulations-Excel-Sheet ausfüllen, um eure Nutzung der Subcapacity-Lizenzen zu dokumentieren. Dieses vorgefertigte Excel-Sheet stellen wir euch gerne bei Bedarf zur Verfügung.

Vorausgesetzt ihr seid zur manuellen Verwaltung eurer Subcapacity-Lizenzierung berechtigt könnt ihr damit also eine Menge an Lizenzkosten für eure IBM Domino Server einsparen. Wenn ihr diesen Fall bei eurer nächsten anstehenden Lizenzverlängerung einmal durchrechnen möchtet, ruft uns einfach an (05251 288160) oder schreibt eine E-Mail.