Jetzt hat uns IBM aber auch lange genug im Dunkeln tappen lassen, oder? Was haben wir gebangt und gejammert und befürchtet – und weswegen? Am Ende wird doch alles gut! Am Ende können wir uns sogar vor tollen Neuigkeiten kaum noch retten:

 

Incremental Delivery für Notes und Domino

Das erste Licht am Ende des Tunnels beschert uns IBMs „incremental delivery“ Strategie, über die lange Zeit Stillschweigen bewahrt wurde. Viele von euch haben sich gefragt „Warum spricht IBM nicht über eine Notes und Domino Version 9.0.2? Ist Notes jetzt wirklich tot? Müssen wir uns nach was Neuem umgucken?“ Jetzt bekommen wir von IBM endlich die langersehnte Antwort auf unsere Fragen: „Nein, Notes und Domino sind keineswegs tot und werden auch munter weiterentwickelt!“

Der Grund, warum niemand über eine Version 9.0.2 gesprochen hat, ist schlicht und einfach der, dass sich IBM von der Idee der Versionsnummern verabschiedet und in Zukunft neue Funktionen in sogenannten Feature Packs zur Verfügung stellen wird. Das bereits im September erschienene Fix Pack 7 für Notes und Domino war eigentlich schon eines dieser Feature Packs, hieß nur noch nicht so.

Der ambitionierte Plan von IBM sieht ein vierteljährliches Erscheinen neuer Feature Packs vor.  Demnach dürfen wir mit den nächsten beiden schon in Q1 und Q2 2017 rechnen und uns auf langersehnte neue Funktionen freuen (siehe Abb.1 und 2). Natürlich wirft IBM mit IMSMO und Verse mächtige interne Konkurrenten für den Notes Client ins Rennen. Aber wenn man sich die Mühe macht, mit einem Upgrade auf Eclipse 4.x das buchstäbliche Fundament des Clients zu erneuern, sollten wir nicht davon sprechen, dass Notes tot ist!

 

Abb. 1 und 2: Mögliche Kandidaten für neue Funktionen in den zukünftigen Feature Packs für den Notes Client, den Domino Server und die Anwendungsentwicklung
Quelle: "IBM Presents the IBM Notes and Domino Roadmap", Präsentation und Replay
 

 

Watson macht Freude

Viel lieber spricht ITWU im Moment über alles, was mit Watson zu tun hat:  Seien es die neuesten Ankündigungen von der World of Watson mit den Lösungen Watson Workspace und Watson Work Services oder die kognitiven Funktionen, die uns bald in Verse on the Cloud erwarten werden.  

Watson Workspace – aka Project Toscana – wurde von einigen schon als WhatsApp für Firmen belächelt, aber jetzt da wir die ersten Eindrücke von den Nutzern der „Preview-Version“ bekommen, sehen wir es meilenweit davon entfernt – bzw. um Längen voraus. Mit den kognitiven Möglichkeiten von Watson wird Workspace unserer Meinung nach wirklich die Fähigkeit haben, vollgestopfte Posteingänge, Dashboards und Activity Streams aus dem Chaos zu ziehen.

Und auch im Hinblick auf IBM Verse sind wir mittlerweile zu der Einsicht gekommen, dass die grandiosen Funktionen von Watson, die in der Cloud-Variante zur Verfügung gestellt werden, einfach zu cool sind, als dass man sich drüber aufregen sollte, dass sie in der on-Premise-Variante nicht vorhanden sind. Warum sollte auch jemand, der seine Mails nicht in der Cloud haben möchte, Watson die Erlaubnis geben, diese Mails in der Cloud zu analysieren und für ihn aufzubereiten. Watson-Funktionen in der On-Premise-Variante anzubieten, macht also einfach keinen Sinn.

Wenn ihr also möchtet, dass Watson euch zukünftig Vorschläge zu euren E-Mails macht, wie z.B.

  • „ein entsprechendes Meeting zu terminieren“ (siehe Abb. 3) oder
  • „eine E-Mail an einen bestimmten Empfänger zu versenden“ oder aber
  • „ein Dokument mit einem Kollegen zu teilen“,

dann solltet ihr die Ohren danach offen halten, in welchem zukünftigen Feature Pack für die Cloud, die Watson Services für Verse enthalten sein werden. Oder schaut einfach weiterhin bei uns rein, wir halten euch natürlich auf dem Laufenden. 

 

Abb.3: Watson Funktionen in IBM Verse on the Cloud, die Inhalte aus E-Mails erkennen und spezifische Vorschläge unterbreiten, was als nächstes zu tun ist.
Quelle: Präsentation "Redefine Everyday Work with Watson"

 

Wir sind auf jeden Fall heilfroh, dass das Tappen im Dunkeln endlich vorbei ist und wir uns auf weitere tolle Jahre / Jahrzehnte mit Notes und Domino und Verse und IMSMO und ICAA und Workspace und und und freuen können

 

 

IBM erhöht ab dem 01.01.2017 die Sicherheitsanforderungen für Verbindungen mit dem IBM Traveler Server. Die Anforderungen richten sich an das SSL Zertifikat sowie die TLS Einstellungen des Traveler Servers.

In Zukunft wird nur noch der Einsatz von TLS 1.2 erlaubt sein. Android Geräte mit einer Android Version, die älter als 4.1 ist, werden also nicht mehr unterstützt, da diese kein TLS 1.2 anbieten.

Betroffen sind die Apps IBM Verse für iOS und Android, IBM Notes Traveler Companion und IBM Notes Traveler To Do mobile Apps.

       

 

Ob euer Traveler Server die Anforderungen schon erfüllt, könnt ihr überprüfen, indem ihr unter folgendem Link den Abschnitt "Validating your connection security using a browser" durchgeht. Dort gibt es auch eine vollständige Liste der Anforderungen:

Securing connections for IBM Traveler mobile applications (Action Required by January 1, 2017)


Solltet Ihr feststellen, dass eure Systeme diese Anforderungen noch nicht vollständig erfüllen, unterstützen wir euch gerne beim Schließen dieser Lücken. Ruft uns einfach an unter 05251-288160 oder schickt uns eine E-Mail an info@itwu.de.

 

 

Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor...

... zumindest was die Zukunft von Notes und Domino angeht. Eigentlich sind Stephan und Carl motiviert und voller Ideen aus Ehningen zurückgekommen. Aber erinnert ihr euch noch daran, dass ich im vorletzten Blog-Artikel gehofft hatte, euch nach dem Social Business Partner Treff am 22.09.2016 mehr über IBMs Vision mit seinem Messaging-und-Collaboration-Flaggschiff berichten zu können? Pustekuchen! Dennoch haben Carl und Stephan sehr interessante Erkenntnisse mitgebracht.

Das lag aber eher daran, dass sie während der Veranstaltung auf die Neuigkeiten, die auf der ICON UK Veranstaltung verbreitet wurden, aufmerksam gemacht worden sind. Dort in London wurde mit der folgenden Aussage etwas konkreter auf die Roadmap von Notes und Domino eingegangen:

Es wird in Zukunft keine Fix Packs und auch keine Versionen mehr geben, nur noch Feature Packs.

 

Abb.1: Notes / Domino Investment Slide der ICON UK 2016

 

Abb.2: Notes / Domino Roadmap Slide der ICON UK 2016

Quelle: http://blog.msbiro.net/2016/09/icon-uk-dominos-roadmaps.html

 

Das war es also mit der Notes und Domino Version 9.0.2...  Warum IBM die Versionsnummer nicht einfach ganz entfernt und stattdessen nur noch über Feature Pack Releases redet, bleibt für mich eine offene Frage.

Ed Brill hat die ICON UK Neuigkeiten mit seiner Präsentation in Ehningen leider nicht bestätigt, ihnen aber auch nicht widersprochen. Leider hat er während seiner gesamten Präsentation die Produktnamen Notes und Domino sowieso kaum in den Mund genommen. Das hat zum Glück zuvor Tom Zeizel übernommen. Der General Manager von IBM für Deutschland, Österreich und Schweiz stellte mit edleren Worten ganz klar, dass IBM schön blöd wäre, wenn sie die mehreren Millionen Domino Lizenzen, die gerade im Umlauf sind, einfach abkündigen würde. Derartige Aussagen gab es übrigens auch auf der ICON UK. Und schließlich wird Domino das Backend für Verse on Premise - dazu aber später mehr.  

In der Roadmap von Ed Brill ging es hingegen eher um die folgenden Punkte:

  • Verse wurde erneut sehr anschaulich demonstriert vor allem mit dem Zusammenspiel mit Watson.
  • Cognitive, sprich Watson, wird bei IBM zur Zeit extrem groß geschrieben und weist unserer Meinung nach auch enormes Potential auf.  
  • Software Partnering steckt aktuell noch in den Kinderschuhen, die bisherigen Kooperationen mit Box und Cisco deuten aber schon sehr eindrucksvoll darauf hin, dass wir in Zukunft eine wirklich offene und vielseitige Produktstrategie von IBM erwarten können.

Leider drehte sich bei der Verse-Demo nur ein kleiner Teil um die on-Premise-Version, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass hierbei Watson nicht zur Geltung gekommen wäre. Die Watson-Integration wird wie schon befürchtet für on-Premise-Systeme nicht zur Verfügung stehen (siehe Abb. 3), genauso wenig wie die Facetted Search. In Verse on Premise werden wir weiterhin die herkömmliche Notes Index-Suche verwenden. Für IBMs zukünftige Cognitive-Strategie ist Verse On Premise also eigentlich unbrauchbar.

 

Abb.3: Vergleich zwischen Verse in the Cloud mit und Verse on Premise ohne Watson-Integration

Quelle:  "Collab Solutions Cognitive and Roadmap - September 2016 - Brill"-Präsentation vom Social Business Partner Treff 2016 in Ehningen

 

In Stephans humble opinion kann es übrigens eigentlich gar nicht so schwer sein, Watson in Verse on Premise zu integrieren. Er spielt schon länger mit der Idee, die Watson Services einfach als Sidebar-Plugin im Notes Client nutzbar zu machen, damit wir endlich mit Notes reden können und ich den Ton meiner Blog-Einträge optimieren lassen kann Vielleicht kommt IBM bis zum 18.November 2016 ja auch noch dahinter und überrascht uns bei der Ankündigung von IBM Verse on Premise so richtig.

Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass mit dieser Ankündigung im November der Domino Server alles andere als tot gesagt werden kann. Der Domino Server lebt und wird auch in Zukunft aus der Produktstrategie von IBM und vor allem aus unseren Lösungen nicht wegzudenken sein.

Was allerdings so langsam überflüssig (aber nicht vom Aussterben bedroht) wird ist der Notes STANDARD-ECLIPSE Client. Mit der Kombination aus dem Outlook Client (mit IMSMO) und bald Verse on Premise auf der einen Seite und IBM Client Access Application (für einfache Anwendungen) oder XPages (für komplexere Applikationen) auf der anderen Seite stellt uns IBM bereits eine viel flexiblere und modernere Arbeitsumgebung zur Verfügung - und das ohne zusätzliche Lizenzkosten.

Und übrigens: Das frühere Notes Browser Plug-In IBM Client Access Application (ICAA) ist nichts anderes als der frühere Notes Basic Client - also von wegen Notes ist tot... also ist der arme Tor doch ein bisschen klüger geworden
Und wer weiß, vielleicht haben ja Stefan Neht und Erik Schwalb am nächsten Freitag auf dem virtuellen IBM Domino Day mehr Antworten auf unsere Fragen. Schaut doch einfach mal vorbei am 07.10. ab 9.00 Uhr:
http://ibm.biz/ibmdominoday

 

 

Am 13.09.2016 hat IBM das Fix Pack 7 für die Notes und Domino Version 9.0.1 veröffentlicht und damit nicht nur Bugs in früheren Versionen gefixt, sondern auch einige neue Features in den Code mit aufgenommen.

Neben dem Support für Citrix XenApp 7.7 sind wir besonders von der Verbesserung der Sicherheitsfunktionen angetan. Für die Datenverschlüsselung beim Zugriff eines Notes Clients oder eines Domino Servers auf einen (anderen) Domino Server kann nun der Advanced Encryption Standard (AES) genutzt werden.

Weitere Informationen zum Fix Pack 7 findet ihr unter dem folgenden Link auf Fix Central. Hier wird auch noch einmal auf das Hard Entitlement hingewiesen, auf das wir euch im letzten Beitrag schon aufmerksam gemacht haben:

 

"Active Subscription & Support is required to download Notes/Domino from Fix Central (see technote 1990043)."

 

IBM Notes/Domino 9.0.1 Fix Pack 7 Release Notice

 

Allerdings haben wir auch schon einen ersten neuen Bug im FP7 gefunden. Da wir eine nicht-englische Version von iNotes benutzen, bekamen wir beim Öffnen von iNotes die folgende Fehlermeldung: 

 

 

Um diesen Fehler zu beheben, haben wir einfach die alte Forms9-Datenbank der vorherigen Installation weggesichert und nach der Installation des Fix Packs 7 die neue Forms9-Datenbank durch die alte ersetzt. Dieser Fehler tritt offensichtlich bei allen nicht-englischen iNotes Installationen auf.

 

Außerdem hat IBM schon selbst festgestellt, dass es nach der Installation von Fix Pack 7 auf einem Linux 64-bit System zum Server-Crash kommen kann, wenn der IBM Traveler Server und der IMSMO Server noch auf alten Versionen laufen. Hier solltet ihr also möglichst vor dem Upgrade auf Notes und Domino 9.0.1.7 die folgenden Fix Packs/Releases installieren:

IBM Traveler 9.0.1.14

IBM Mail Support for Microsoft Outlook 2.0 Fix Pack 2 (enthält auch alle Fixes vom IBM Traveler 9.0.1.14)

Falls ihr euch für IMSMO interessiert, ist es außerdem wichtig zu wissen, dass seit dem Fix Pack 1 der Version 2.0 nicht nur Microsoft Outlook 2013 sondern auch 2010 und 2016 offiziell unterstützt werden! 

 

Solltet ihr Probleme beim Update eurer Domino-, Traveler- oder IMSMO-Server haben, helfen wir euch gerne weiter. Ruft uns einfach an unter 05251/288160 oder schreibt uns eine E-Mail an info@itwu.de.